Die großzügige Gestaltung und Erweiterung des Parks währten jedoch nicht lange. Aufgrund der schlechteren wirtschaftlichen Lage und finanzieller Verluste sah sich der Sohn, Friedrich Cuno Wladimir Moritz Graf von und zu Egloffstein (1878–1957), im Oktober 1911 gezwungen, den „Garten- und Parkbetrieb“ bedeutend zu vereinfachen. Es kam zur Aufforstung einiger Freiflächen im Park, unter anderem im Bereich der Nixenteiche.

Parkinspektor Eichler verließ nach über achtzehnjähriger Dienstzeit Kromlau. Nach Eichlers Weggang führte Emilie Schulz, die Säuglingsschwester der gräflichen Familie und Tochter eines Gärtners aus Lübbenau, die Anpflanzungen von Rhododendren weiter. Sie übernahm im Ersten Weltkrieg die Leitung der Gärtnerei und betreute den Park bis zu ihrem freiwilligen Ausscheiden im Jahr 1934. In dieser Zeit wurden hunderte Rhododendren und Freilandazaleen gepflanzt. Ihre Kultivierung stellte bis zuletzt einen wichtigen Wirtschaftszweig des Gutes dar. Rhododendren wurden sogar 1936 zur Olympiade nach Berlin geliefert. In diesem Jahr fanden auch Umbau- und Erneuerungsarbeiten am Herrenhaus statt. Andererseits war man aufgrund fehlender Mittel und Pflegekapazitäten gezwungen, weitere Parkwiesen aufzuforsten und den Neuen Englischen Garten wieder in landwirtschaftliche Nutzfläche umzuwandeln.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Park vernachlässigt und teilweise zerstört. Nach der Enteignung der Familie von und zu Egloffstein im Jahr 1945 richtete man zur Unterbringung von Flüchtlingen im Herrenhaus, in den Gutsgebäuden und im Kavalierhaus Wohnungen ein. Zur Verbesserung der Ernährungssituation wurden in einigen Bereichen des Parks, so am Herrenhaus und nördlich der Spiegelteiche, zeitweise Nutzgärten angelegt. Im Rahmen der Bodenreform erfolgte die Parzellierung der großen Freiflächen im südlichen Parkbereich. Das neu aufgeteilte Land erhielten örtliche Bauern und Neusiedler. Viele Gehölzgruppen im Englischen und im Pferdegarten wurden in der Folge abgeholzt und stattdessen landwirtschaftliche Nutzflächen angelegt. Auch zahlreiche Skulpturen und Ausstattungsgegenstände gingen verloren.

Glücklicherweise konnte diese negative Entwicklung bald beendet werden. Es kam zu einem großen Aufschwung, als 1966 ein ehrenamtliches Parkaktiv gebildet wurde. Vorschläge für die im Park durchzuführenden Sanierungsarbeiten wurden bis zum Jahr 1967 vom Gartenarchitekten Hermann Schüttauf (1890–1967) unterbreitet und zunächst unter der Leitung des Forstingenieurs Fritz Nowusch (von 1966 bis 1974 und wieder seit 2005), später unter Karl Starus (1974–1978) und Werner Kubo (ab 1978) durchgeführt.

Zu den Maßnahmen zählten beispielsweise die konsequente Entfernung aller in den 1930er und 1940er Jahren erfolgten forstlichen Anpflanzungen auf ehemaligen Wiesenflächen, die Wiederherstellung wichtiger Blickbeziehungen sowie die Freistellung der Rhododendronbestände. In den 1980er und 90er Jahren sind unter Werner Kubo verschiedene Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am Herrenhaus, am Kavalierhaus und an der Rakotzbrücke durchgeführt worden. In den Jahren 2001/2002 wurde in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen eine Denkmalpflegerische Rahmenkonzeption erarbeitet, die seither als Grundlage für den weiteren Umgang mit dem Park dient. Vielfältige Restaurierungsarbeiten fanden in den letzten Jahren statt. Besonders bemerkenswert ist das große bürgerschaftliche Engagement, mit dem die Bevölkerung und zahlreiche Freunde des Rhododendronparks die Pflege und Unterhaltung dieser ausgedehnten und vielgestaltigen Anlage unterstützen. Im Rahmen der jährlich im Oktober stattfindenden Parkseminare konnte bereits Beachtliches für den Erhalt des wertvollen Kulturdenkmals geleistet werden.

* Broschüre “Rhododendronpark Kromlau” - Auszüge - Kathrin Franz - Landschaftsarchitektur Franz