Der ca. 160 ha große Rhododendronpark Kromlau gehört flächenmäßig zu den größten Parkanlagen in Sachsen. Der von den meisten Besuchern genutzte Kernbereich hat immernoch eine Größe von ca. 90 ha.
Im Jahr 1842 erwarb Friedrich Herrmann Rötschke das Rittergut Kromlau und begann 1844 mit ersten Arbeiten zur Anlage des Parks. Details zur Entstehungsgeschichte von damals bis heute lesen Sie bitte an dieser Stelle: bitte klicken.
Die bekanntesten Bauwerke sind die Rakotzbrücke, das Herrenhaus und das Kavalierhaus. Auch dazu erfahren Sie mehr im geschichtlichen Teil zum Kromlauer Park.
Eine kleine botanisch “Exkursion” durch unseren Park finden Sie, wenn Sie hier klicken.
Jedes Jahr im Oktober findet im Kromlauer Park ein Arbeitseinsatz statt - das Parkseminar. Das Wort “Arbeitseinsatz” wird dem aber nicht ganz gerecht, denn es ist mehr.
Im Jahr 2003 fand das erste Parkseminar in Kromlau statt. Federführend organisiert und durchgeführt vom Lamdesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. und unterstützt von der Gemeinde Gablenz.
Von Anfang an war es eine Erfolgsgeschichte!
Alljährlich treffen sich ca. 150 Freiwillige - Mitglieder des Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V., Kromlauer und Gablenzer Bürger, Einwohner aus den Nachbarorten und befreundete Unternehmen - um dem Kromlauer Park zu helfen. Den größten Teil des Parkseminars nimmt natürlich die Arbeit im Park selbst ein. Die Vorträge am Freitagabend, das Wildschwein am Spieß am Samstagabend und auch grundsätzlich das freundschaftliche und gesellige Miteinander dürfen nicht fehlen.
Der Gablenzer Bürgermeister, die Gemeinderäte und der Ausschuss für Landschaftsgestaltung, Umweltschutz, Ordnung und Sicherheit werden alles dafür tun, dass diese inzwischen zur Tradition gewordene Veranstaltung fortgeführt wird!
Prof. Dr. Siegfried Sommer bestätigte uns, dass es bisher in Sachsen einmalig sei einen solchen Einsatz über 10 Jahre beständig durchzuführen. Wo findet man heute noch Beständigkeit? Eine Fernsehsendung 10 Jahre im Programm, einen Politiker 10 Jahre im Amt oder gar manche Ehe hält keine 10 Jahre!
Unmittelbar nach dem neunten Seminar im vergangenen Jahr begannen wir uns schon Gedanken zu machen über den anstehenden Jubiläums-Arbeitseinsatz im Kromlauer Park. Was sollten wir anders machen, was stellen wir als besonderes auf die Beine? Wir kamen zu keiner richtigen Lösung und fanden auch keine Antwort. Denn das 10. Parkseminar in Folge ist schon das Andere, das Besondere. Da braucht es keiner speziellen Idee und keines besonderen Höhepunktes.
Wir können als kleine Gemeinde mit Recht stolz auf diese einzigartige und nachhaltige Tradition sein. Stolz darauf, wie zum zehnten Mal etwa 150 Menschen unentgeltlich am ersten Samstag im Oktober nicht unbedeutende Werte schufen und den Park erhalten halfen. Schade ist. dass dies offenbar immer noch nicht so recht durch die Verantwortlichen im Kreis und im Land wahrgenommen wird. Der Park in Kromlau benötigt finanzielle Hilfe, und dies dauerhaft!
Neun Arbeitsgruppen waren in diesem Jahr bei doch wieder gutem Wetter im Park im Einsatz. Offenbar hatte sich oben an der Wetterfront unsere gute Tat „rumgesprochen“. Freitagmittag ging es gestärkt durch das Essen von Claudia Hoffmann und ihrem Team der Parkgaststätte nach einer kurzen Einweisung zu den jeweiligen Schwerpunkten. Arbeitsgruppen übergreifend an beiden Tagen war das Entfernen von Gehölzfremdwuchs, insbesondere Roteichen und Später Traubenkrische. Zu erhalten galt es seltene Gewächse u.a. die Moor-Birke und das Pfaffenhütchen (Spindelstrauch). Seit dem Freitagmorgen war ein Mitarbeiter des Baumdienstes Knorre aus Bautzen mit seinem Hubsteiger im Park um Totholz zu beseitigen. Auch diese bestehende Verkehrssicherungspflicht wird uns weiter beschäftigen. Zudem wurde „Pflanzfreiheit“ für den nach historischem Vorbild wiedeherzustellenden „Fichten-Vorhang“ am Richterstuhl geschaffen. Weitere Gruppen werkelten in der Rhododendrongasse, am Rakotz und am Kavaliershaus.
Am Abend des ersten Tages gab es im Gemeindesaal interessante Rückblicke und Einblicke in den Park. Allein 36 Mitglieder und Freunde des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz kamen zum Seminar. Diese hohe Teilnehmerzahl wurde teilweise durch Mund zu Mund Propaganda erreicht. Und das belegt auch, dass das Seminar sich auch schon in der Landeshauptstadt bekannt gemacht hat. Ohnehin traf auch dieses Jahr wieder zu: Wer einmal dabei war, kommt wieder! Innerhalb dieser „Schicksalsgemeinschaft“ entstand so die eine oder andere Bekanntschaft.
Am Sonnabend ging es dann weiter. Zehn Arbeitsgruppen schafften teilweise mehr als vorgestellt bei guter Versorgung dank der fleißigen Helfer im Hintergrund. Die Dorfaue an der Perm am nördlichen Parkrand und das Tal zwischen Gärtnerei und Bungalowsiedlung kamen ebenso in Pflege.
Mit dem Abschluss im Wintergarten bei Wildschein am Spieß und zünftigem Jagdhornblasen endete das 10. Parkseminar. Bürgermeister Dietmar Noack bat bei seiner Dankesrede alle Teilnehmer beim 11. wieder mit dabei zu sein.
Uwe Horbaschk
- Vorsitzender - Ausschuss für Landschaftsgestaltung, Umweltschutz, Ordnung und Sicherheit -